Hochschulmedizin

Die Universitätsmedizin im Koalitionsvertrag

Nur die Hochschulmedizin kombiniert Lehre, Forschung und Krankenversorgung in Deutschland. Sie spielt dadurch für das Wissenschafts- und Gesundheitssystem eine maßgebliche Rolle.

Im Koalitionsvertrag werden für die Hochschulmedizin mehrfach Verbesserungen angekündigt. Die Stärkung der Hochschulmedizin wird im Kapitel „Forschung und Innovation“ explizit erwähnt. Forschungsbereiche und Forschungsstrukturen der Hochschulmedizin sollen in der laufenden Legislaturperiode stärker gefördert werden.

Allerdings fehlt, anders als noch im Koalitionsvertrag für die letzte Legislaturperiode, eine Stärkung der Hochschulmedizin im Gesundheitsbereich. Problematisch ist zusätzlich, dass noch nicht alle der im Vertrag von 2013 zur Finanzierungsverbesserung angekündigten Maßnahmen (Finanzierung der besonderen Aufgaben der Universitätsklinika im DRG-System) umgesetzt worden sind.

Zu den noch nicht (flächendeckend) umgesetzten Maßnahmen gehören die Vergütungsreform der Hochschulambulanzen, eine bessere Finanzierung der Vorhaltekosten in der Notfallversorgung oder eine auskömmliche Vergütung der Extremkostenfälle. Zudem stehen die in der letzten Legislaturperiode angekündigten Zuschläge für besondere Leistungen von Zentren noch aus. Erforderlich ist auch ein klares Bekenntnis zu medizinischen Innovationen in unserem Gesundheitssystem. Hier müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine schnellere Einführung innovativer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden durch die Krankenkasse sicherstellen. Zudem muss die Sicherstellung des ärztlichen Nachwuchses durch die breit angelegte Weiterbildung zum Facharzt an den Universitätsklinika ausreichend finanziert werden.

In der Universitätsmedizin sind Forschung, Lehre und Krankenversorgung untrennbar miteinander verwoben. Sie bilden ein Amalgam. 80 Prozent des Umsatzes der Hochschulmedizin werden aus der Krankenversorgung realisiert. 20 Prozent kommen aus den Mitteln für Forschung und Lehre. Deshalb ist klar: Wenn die Universitätsmedizin in der Krankenversorgung unzureichend finanziert ist, dann geraten auch Forschung und Lehre unter Druck. Deshalb muss auf die Finanzierung der universitären Krankenversorgung besonderes politisches Augenmerk gelegt werden.

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Politik und Gremienarbeit

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