Rein
und keimfrei

Sterilgutversorgung

Wichtiger Partner für das OP-Team

Mit neuen operativen Methoden steigen die Anforderungen an die Sterilgutversorgung. Diese wird zum wichtigen Partner für das OP-Team – zum Wohl der Patienten.

Klemme, Bohrer, Pinzette – jedes Instrument, welches das medizinische Fachpersonal im OP-Saal verwendet, wird vor Benutzung gereinigt, desinfiziert und steril sowie keimfrei gemacht. Dafür sorgen die zentralen Sterilgutversorgungsabteilungen (ZSVA) in den Kliniken. Deren Arbeit verändert sich derzeit durch neue Operationsmethoden und -techniken sowie die zunehmende fächerübergreifende Zusammenarbeit in der Medizin rasant. Das Universitätsklinikum Ulm hat darauf reagiert: Dort gehört die ZSVA nun zum zentralen OP-Management mit dem Ziel, Sterilgut und andere Medizinprodukte schneller und individueller zur Verfügung zu stellen, je nachdem welche Operation geplant ist und welche medizinischen Bereiche daran beteiligt sind. „Universitätsklinika sind Maximalversorger, die 24 Stunden sieben Tage in der Woche eine Notfallversorgung der Patienten gewährleisten müssen“, sagt Prof. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm. „Im Vergleich zu vor allem auf ausgewählte Eingriffe spezialisierte Kliniken ist eine größere Flexibilität bei der Aufbereitung des Sterilguts erforderlich“, ergänzt Prof. Oliver Adolph, Leiter der ZSVA am Universitätsklinikum Ulm.

32 Beschäftigte bereiten pro Jahr etwa 64.000 Sterilguteinheiten auf, die über 300.000 Sets und Siebe mit unterschiedlich vielen Bestecken und Instrumenten enthalten. „Das breite Spektrum operativer Abteilungen und die teilweise ausgeprägte Spezialisierung machten eine Vielzahl verschiedener Siebe erforderlich“, sagt Prof. Adolph. Im ersten Schritt werden die Instrumente in Reinigungs- und Desinfektionsgeräten gesäubert. Erst danach stellen die Mitarbeiter die Siebe und Sets anhand vorgegebener Listen zusammen, kontrollieren und warten die Instrumente. Die Angestellten müssen die Zusammensetzung von mehr als 1.000 unterschiedlich kombinierten Sieben beherrschen. Mit jeder neuen OP-Methode oder Technik verändert sich das Set der dafür benötigten Instrumente. „Die Aufbereitung dieser hochmodernen und teilweise sehr empfindlichen Werkzeuge erfordert eine sorgfältige Planung und Abstimmung“, sagt Prof. Adolph. „Dass unsere ZSVA im letzten Jahr durch den TÜV Rheinland erfolgreich rezertifiziert wurde, bestätigt die hervorragende und äußerst sorgfältige Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Nach der Aufbereitung der Instrumente folgen der Sterilisationsprozess in den Sterilisatoren und die Freigabe sowie der Versand an die einzelnen Stationen.

Welche Bedeutung die Arbeit in der ZSVA auch für die Patienten hat und wie groß deren Interesse daran ist, zeigt die Universitätsmedizin Mannheim mit einem YouTube-Film, der die internen Abläufe in der Sterilgutaufbereitung transparent macht. Der Film wurde bereits über 35.000 Mal angesehen und sammelt aktuell 1.500 Klicks pro Monat. Das Video ist zudem auf der Internetseite zum Thema www.hygiene-mannheim.de zu sehen, die sich speziell dem Thema widmet und den Patienten alle relevanten Informationen rund um die Sterilgutaufbereitung bietet.

 

Nach der ersten Reinigung der Instrumente werden die Siebe und Sets zusammengestellt. Wo und wofür welches Set benötigt wird, regelt der Scancode.

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