Positionen

Deutsche Universitätsmedizin fördern:

Forderungen der Universitätsklinika


Kosten-Erlös-Schere schließen

Die Kosten der Uniklinika für Personal, Medikamente und Energie steigen seit über einer Dekade schneller als die
Finanzierung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung. Der Rationalisierungsdruck ist enorm. Gleichzeitig sind die Effizienzreserven der Uniklinika weitgehend ausgeschöpft.

Die Kostensteigerungen der Universitätsklinika müssen deshalb im vollen Umfang in die Fallpauschalen-Preise eingehen.

Bessere Investitionsfinanzierung durch die Länder

Die Investitionsfinanzierung durch die Bundesländer ist seit Jahren rückläufig und liegt weit unter dem
tatsächlichen Bedarf. Dagegen bauen andere Staaten ihre Universitätsmedizin massiv aus. Unter diesen Bedingungen kann die deutsche Universitätsmedizin ihre internationale Spitzenposition auf Dauer nicht behaupten.
Da die Bundesländer aufgrund ihrer geringen finanziellen Handlungsspielräume (Schuldenbremse) auf absehbare Zeit ihren Investitionsverpflichtungen nicht ausreichend nachkommen können, ist ein stärkeres Engagement des Bundes in der Investitionsfinanzierung dringend notwendig.
 
Besondere Aufgaben der Universitätsmedizin müssen ausgeglichen werden

Die Sonderrolle der Universitätsklinika für das Gesundheitswesen wird in der Krankenhausfinanzierung nicht ausreichend berücksichtigt. Die besondere Rolle der Universitätsklinika umfasst neben der Zuständigkeit für die Medizinerausbildung und die biomedizinische Forschung, auch schwierige und komplizierte Fälle, die oft nur noch an den Universitätsklinika versorgt werden können.

Die nach dem Gesetz nur für Universitätsklinika vorgesehenen Ambulanzen für Forschung und Lehre, übernehmen immer mehr die Sicherstellung der ambulanten Krankenversorgung. Die klinische Erprobung und Erstanwendung von neuen medizinischen Produkten und Verfahren erfolgt zumeist in Innovationszentren der Universitätsmedizin. Auch ein überproportionales Engagement in der ärztlichen Weiterbildung, die Vorhaltung für eine rund um die Uhr und alle notwendigen Disziplinen umfassende Notfallversorgung sowie die Versorgung von Patienten mit sehr seltenen Erkrankungen prägen die besonderen Rolle der Universitätsklinika.

Dennoch unterliegt universitäre Hochleistungsmedizin in Deutschland den gleichen Rahmenbedingungen wie ein Kreiskrankenhaus. Das deutsche Fallpauschalen-System, das die stationäre Krankenversorgung der Universitätsklinika nur über Krankenhaus-Einheitspreise finanziert, ist im internationalen Vergleich ein Alleingang.

Der VUD fordert daher neben der herkömmlichen Investitionsfinanzierung und den Fallpauschalen eine dritte Finanzierungssäule für die Sonderaufgaben der universitären Medizin.

Sonderrolle der Universitätsklinika - acht Beispiele