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Gesundheitsausschuss des Bundestags berät am 10.10. über Gesetzentwurf

Verband der Uniklinika Deutschlands fordert: Länder und Fraktionen müssen DRG-Gesetz im Bundesrat verbessern!

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) hat auf seiner Herbsttagung in Tübingen die Absicht der Bundesregierung begrüßt, das DRG-Einführungsgesetz von 2000 bereits vor seinem Inkrafttreten einer Reparatur zu unterziehen. Darüber wird übermorgen, am 10. Oktober, der Gesundheitsausschuss des Bundestags beraten. Rüdiger Strehl, Vorstandsvorsitzender des Verbunds aus 34 Universitätsklinika: "Dieser Schritt ist ungewöhnlich, aber überfällig. Allerdings geht er nicht weit genug - die Fraktionen im Bundestag und die Länder im Bundesrat wären gut beraten, diesen Korrekturversuch weiter zu verbessern."

Der VUD hatte die Umstellung des Entgeltsystems für die Krankenhäuser stets begrüßt, weil damit endlich mehr Leistungs- und Kostentransparenz geschaffen werden könnte. Nur war das Gesundheitsstrukturgesetz 2000 in wichtigen Punkten falsch und praxisfern konstruiert:

Finanzierung aller Leistungen über DRG-Pauschalen unrealistisch
• Der Ansatz, ausnahmslos a l l e Krankenhausleistungen über das neue DRG-System abzurechnen, konnte bisher weltweit nicht realisiert werden. Dieser Ansatz der rot-grünen Koalition war und ist völlig überzogen und praxisfern. Die jetzt geplanten Korrektur-Ansätze im Entwurf der Bundesregierung gehen in die richtige Richtung, sind aber zu eng und bürokratisch konzipiert. Strehl betont: "Es werden mittelfristig ergänzende Finanzierungen neben den DRGs benötigt".

Zeitplan der Einführung zu kurz bemessen
• Der Zeitplan für die Einführung des neuen Abrechnungssystems für Krankenhausleistungen ist unverändert zu kurz bemessen. Statt zwei sind nun vier Jahre für die komplette Einführung vorgesehen. Internationale Beispiele zeigen aber, dass acht bis zehn Jahre benötigt werden. Prof. Dr. med Rüdiger Siewert, stv. Vorsitzender des VUD und Leitender Ärztlicher Direktor des Klinikums rechts der Isar in München: "Für die Universitätsklinika mit ihren komplizierten, teuren und seltenen Fällen ist vor 2010 nicht an eine ausschließliche Finanzierung durch DRG zu denken." Siewert weiter: "Einschränkungen bei der Patientenversorgung Schwerstkranker wegen fehlender Finanzierung werden so unvermeidlich."

Müssen Patienten künftig auf neue Verfahren unzumutbar
lange warten?
• Die Einführung und Erprobung innovativer Verfahren und Produkte, bisher eine der wichtigsten Aufgaben der Universitätskliniken (z.B. bei Krebserkrankungen, in der Kinderheilkunde und in der Chirurgie) werden in dem australischen System, dass die Kassen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mehr oder weniger unverändert in Deutschland einführen wollen, gar nicht oder nur lückenhaft berücksichtigt. Der VUD betont, dass er hier die Bundesregierung in der Pflicht sieht, die Selbstverwaltung so zu überwachen, damit am Schluss nicht der Patient das Nachsehen hat.

Schneller entlassen - und was dann?
• Nach allen internationalen Erfahrungen führen DRG-Fallpauschalen zu schnelleren Entlassungen von Patienten aus dem Krankenhaus. Die anschließend nötige medizinische Nachbetreuung muss durch die niedergelassenen Vertragsärzte, bei speziellen Fällen aber auch durch die Krankenhäuser sichergestellt werden. Strehl: "Dieses Problem, wo der Patient nach der Krankenhausbehandlung Hilfe findet, ignoriert der Gesetzentwurf komplett". Für die Universitätsklinika sind deshalb gesetzliche Zulassungen und kostengerechte Finanzierungen dieser ambulanten Nachbehandlungen unbedingt geboten. Alle Anregungen des VUD im Anhörungsverfahren sind vom zuständigen Bundesministerium bisher jedoch nicht beachtet worden.

Der VUD fordert, dass "die Bundestagsabgeordneten und die Länder im Bundesrat die Reparatur des Gesundheitsreformgesetzes 2000 durch die Bundesregierung noch weiter optimieren. Tun sie dies nicht oder nur unzureichend, dann werden schwerstkranke Patienten darunter leiden und wirtschaftlich gesunde Hochleistungskrankenhäuser in finanzielle Nöte geraten, die sie unvermeidlich zu Leistungseinschränkungen gegenüber dem heutigen Stand zwingen werden.



Ansprechpartner für nähere Informationen:

VUD - Verband der Universitätsklinika Deutschlands

Rüdiger Strehl, Vorstandsvorsitzender des VUD
und Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums Tübingen
Tel. 0 70 71/29 8 20 05 - Fax 0 70 71/29 39 66

Prof. Jörg Rüdiger Siewert, stv. Vorstandsvorsitzender des VUD
und Ärztlicher Direktor am Klinikum rechts der Isar, München
Tel. 0 89 / 41 40-21 20, Fax 089 / 41 40-48 70





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