Pressemitteilungen: 2016

02. September 2015

Krankenhausreform: Wenig Hoffnung für Uniklinika

Anlässlich des bundesweiten Aktionstags der Krankenhäuser zur Krankenhausreform am 23. September 2015 macht die Deutsche Hochschulmedizin auf ihre aus der Reform resultierenden Probleme aufmerksam. Größter Knackpunkt sind massive Budgetkürzungen von bis zu 250 Millionen Euro im Jahr.

Viel versprochen haben sich die Universitätsklinika vom Krankenhausstrukturgesetz (KHSG). Nachdem der Gesetzentwurf vorliegt, ist die Hoffnung auf Strukturreformen und eine bessere Finanzierung der besonderen Aufgaben der Hochschulmedizin der Sorge gewichen. Denn im Gesetz überwiegen zunächst neue finanzielle Belastungen. In Summe werden den Uniklinika ab 2017 zwischen 150 und 250 Mio. Euro im Jahr fehlen. Daran werden die geplanten Zuschläge für gute Qualität oder für besondere Aufgaben von Zentren sowie die Teilnahme an der Notfallversorgung erst einmal wenig ändern.

„Weitere Einsparungen wären katastrophal für die Uniklinika, die bereits heute zum größten Teil rote Zahlen schreiben“, sagt Professor Michael Albrecht, Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika (VUD).

Dabei sieht das Reformpaket durchaus wichtige ordnungspolitische Neuerungen vor, die auch den Uniklinika zugutekommen würden, wie etwa Qualitätszuschläge, eine bessere Finanzierung der Notfallversorgung oder die Förderung medizinischer Zentren. Aber: „Vieles, was hilfreich für die Uniklinika wäre, wird wohl selbst im besten Fall noch Jahre auf sich warten lassen“, ist sich Prof. Dr. Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages, sicher.

Enttäuschend ist zudem, dass der Gesetzentwurf keine Lösung für die sogenannten Extremkostenfälle vorsieht. Dabei handelt es sich um die Behandlung von Patienten mit schweren, komplexen und mehrfachen Erkrankungen. Kliniken, die viele solcher Fälle haben, werden seit Jahren nicht ausreichend finanziert. Ein Gutachten der Selbstverwaltung hatte dieses Problem bestätigt. „Allein die Unterdeckung durch diese Extremkostenfälle macht für die Uniklinika nach Berechnungen des VUD 105 Mio. Euro im Jahr aus. Dafür braucht es eine Lösung in Form eines gesetzlich verankerten Extremkostenzuschlags“, fordert Ralf Heyder, Generalsekretär des VUD. Eine Lösung allein über die Weiterentwicklung des DRG-Systems greift zu kurz. 

Die Deutsche Hochschulmedizin fordert dementsprechend erhebliche Nachbesserungen im Entwurf des Krankenhausstrukturgesetzes:

  • Der Versorgungszuschlag muss dauerhaft in den Landesbasisfallwert überführt werden.
  • Es muss sichergestellt werden, dass mehr Leistung aufgrund von guter Qualität nicht bestraft wird. Das gilt besonders für Notfälle und Leistungen in spezialisierten Zentren. Der geplante Fixkostendegressionsabschlag ist so nicht akzeptabel.
  • Die überproportionale Belastung durch Extremkostenfälle muss durch Zuschläge ausgeglichen werden.

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie in der Anlage.

Kontakt Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Stephanie Strehl-Dohmen, Alt-Moabit 96, 10559 Berlin,
Tel.: +49 (0) 30 3940517-25, Fax: +49 (0) 30 3940517-17
E-Mail: strehl-dohmen@uniklinika.de

  • 01. Dezember 2016 14 aus 29: Universitätsklinika überzeugen den Innovationsausschuss

    +++Der Innovationsausschuss fördert 29 Projekte aus dem Bereich der neuen Versorgungsformen +++ Bei rund der Hälfte sind Universitätsklinika federführend +++ 225 Millionen Euro im ersten Jahr +++ Die Uniklinika erhalten die Förderung für neue Versorgungsformen, die sie für... Weiterlesen
  • 23. November 2016 Neuer Webauftritt für die Deutschen Universitätsklinika

    Unter der Marke "Die Deutschen Universitätsklinika" präsentieren sich die 33 deutschen Hochschulkliniken gemeinsam. Herzstück und Plattform der Marke ist die neugeschaffene Internetpräsenz www.deutsche-uniklinika.de . Auf dieser Website finden Interessierte, Patienten und Experten... Weiterlesen
  • 13. Oktober 2016 Dauerhafte Perspektiven statt Modellklausel

    Die Deutsche Hochschulmedizin spricht sich für dauerhafte Perspektiven und eine nachhaltige Finanzierung der akademischen Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen aus. Bereits zu Beginn dieser Woche hatten die Deutsche Hochschulmedizin, die Gesellschaft für medizinische Ausbildung und... Weiterlesen
  • 04. Oktober 2016 Ein Gewinn für die evidenzbasierte Medizin

    Der Medizinische Fakultätentag begrüßt die langfristige Finanzierungszusage für das Deutsche Cochrane Zentrum. Seit Jahren ist die Finanzierung des Deutschen Cochrane Zentrums unsicher. Nun gibt es eine Zusage des Bundesgesundheitsministers Dr. Hermann Gröhe, die Einrichtung... Weiterlesen
  • 30. September 2016 Mit Teamgeist und nachhaltiger Finanzierung zum Erfolg

    Mit Teamgeist und nachhaltiger Finanzierung zum Erfolg Beim Innovationsforum der Deutschen Hochschulmedizin fordert der Gesundheitsminister mehr Mannschaftsdenken und verspricht angemessene Ausstattung. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat beim Innovationsforum der Deutschen... Weiterlesen
  • 28. September 2016 Innovationspreis für neuen Therapieansatz bei Knochenmarkerkrankung

    Der mit 10.000 Euro dotierte Innovationspreis der Deutschen Hochschulmedizin e.V. geht in diesem Jahr an Priv.-Doz. Dr. med. Rebekka K. Schneider-Kramann von der Uniklinik RWTH Aachen. Die junge Wissenschaftlerin forscht zum sogenannten „Myelodysplastischen Syndrom“ (MDS) an der... Weiterlesen
  • 26. September 2016 "Uniklinika fordern Nachbesserungen an PsychVVG und an Hochschulambulanz-Regelung"

    Pressemitteilung anlässlich der heutigen Anhörung des Bundestagsausschusses für Gesundheit zum Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) „Die Bundesregierung verfolgt mit dem... Weiterlesen
  • 03. August 2016 Uniklinika sind Vorreiter beim Fundraising

    60 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland betreiben mittlerweile Fundraising. Vorreiter im Einwerben von Spenden sind dabei die deutschen Universitätsklinika, die dieses Instrument schon seit Jahren einsetzen. Das ist ein Ergebnis der Studie „Erfolgsmodell Fundraising“ des Deutschen... Weiterlesen
  • 08. Juli 2016 Bundesrat eröffnet Diskussion für Nachbesserungen an der Gesundheitsreform

    Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung den Entschließungsantrag der Länder Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein zur Verbesserung der Finanzsituation der Universitätsklinika verabschiedet. Mit dem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, sich bis... Weiterlesen
  • 17. Juni 2016 Bundesratsinitiative zur besseren Finanzierung der Uniklinika kommt zur rechten Zeit

    Auf Initiative der Länder Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein wurde in der heutigen Sitzung des Bundesrats ein Entschließungsantrag zur Verbesserung der Finanzsituation der Universitätsklinika eingebracht. Mit dem Antrag soll die Bundesregierung aufgefordert... Weiterlesen